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Trainingsraum

Die Trainigsraum-Methode

Ausführliche Informationen zum Programme siehe
trainingsraum-methode.de

Werteerziehung - ein Bestandteil des Erziehungsauftrages unserer Schule

Zur Umsetzung einer Werteerziehung gehört eine möglichst große Übereinstimmung der Kolleginnen und Kollegen in Erziehungsfragen, das Aufstellen von Regeln und Vereinbarungen sowie von Konsequenzen und das Ziel der Übernahme von Verantwortung für das eigene Handeln. „Sittlich gutes Handeln“ heißt auf Schülerinnen und Schüler bezogen eigene Wünsche und Willensbekundungen reflexiven Bewertungen zu unterziehen und auf Lehrerinnen und Lehrer bezogen Strategien zur Emotionskontrolle und zum respektvollen Umgang mit Schülerinnen und Schülern zu entwickeln. Eigenverantwortung beinhaltet die Fähigkeit zur intentionalen Selbstentwicklung, basiert auf Entscheidungsfreiheit, die jedoch nicht grenzenlos ist, sondern an dem Grundsatz des Allgemeinwohls orientiert sein muss. Nur auf der Grundlage des gegenseitigen Respekts und der Rücksichtnahme im Umgang miteinander können das Schulleben und die Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule funktionieren. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer leben in einer sozialen Gemeinschaft, die sich auf Werte stützen und diese in Verhalten zum Ausdruck bringen sollte. Fehlender Respekt vor den Rechten anderer ist der häufigste Grund für Unterrichtsstörungen, unter denen Lehrer und Schüler gleichermaßen leiden.

Die Elemente des Programms

1. Die Vereinbarung von Regeln und Konsequenzen
Regeln und Vereinbarungen sind für das Zusammenleben in Familie und Schule sehr wichtig. Sie stecken den Rahmen für wünschenswertes Verhalten ab und geben den Schülern Orientierung und Sicherheit. Regeln setzen zwar dem Schülerverhalten Grenzen, dafür vermitteln sie jedoch innerhalb dieser Grenzen Klarheit und Halt. Für die Formulierung von Regeln gibt es einige Grundsätze, die es zu beachten gilt. Regeln sollten schülergerecht, in Ich-Form, kurz und prägnant, stets positiv formuliert sein und das wünschenswerte Verhalten beschreiben. Eine wichtige Vorbedingung für das Aufstellen von Regeln ist die Bereitschaft und Fähigkeit der Lehrerinnen und Lehrer Konsequenzen folgen zu lassen. Regeln ohne Konsequenzen sind wirkungslos. Konsequenzen beziehen sich auf das Verhalten der Person. Nicht die Personen, also die Schülerinnen und Schüler, sind inakzeptabel, sondern ihr jeweiliges Störverhalten. Konsequenzen dürfen, um wirksam zu sein, nicht als Belohnung verstanden werden, sondern müssen in irgendeiner Form als belastend, ärgerlich oder auch anstrengend erlebt werden. Im Programm zur Stärkung der Eigenverantwortung bestehen die Konsequenzen bei zweimaliger Störung im Aufsuchen des „Trainingsraumes“, d.h. die störenden Schülerinnen und Schüler begeben sich in einen Raum, in dem sie mit einer dafür ausgebildeten Lehrkraft Gespräche über ihre Störung und über zukünftiges störungsfreies Verhalten führen. Diese Gespräche sind, so sagen Schülerinnen und Schüler - anstrengend, verursachen also „Kosten“. Außerdem müssen die betreffenden Schülerinnen und Schüler den versäumten Unterricht nachholen und auch die Hausaufgaben in dem betreffenden Fach erledigen. Neben diesen „Kosten“ erhalten die Schülerinnen und Schüler aber auch Hilfsangebote und Unterstützung beim Erstellen von Verhaltensplänen durch die anwesende Lehrkraft.

2. Einheitliches Vorgehen der Lehrerinnen und Lehrer
Störverhalten von Schülerinnen und Schülern setzen einen Frageprozess in Gang, den alle Lehrerinnen und Lehrer einer Schule einheitlich anwenden und der als strukturiertes Vorgehen bezeichnet werden kann. Er besteht aus 5 Fragen
1. Was machst du?
2. Wie lautet die Regel?
3. Was geschieht, wenn du gegen die Regel verstößt?
4. Wofür entscheidest du dich?
5. Wenn du wieder störst, was passiert dann?
Der Sinn dieser Fragen besteht darin, dass die Schülerinnen und Schüler sich bei der ersten Frage ihres Störverhaltens bewusst werden sollen und nur ihr jeweiliges Verhalten beschreiben. Bei der zweiten Frage sollen sie die Regel benennen, gegen die sie verstoßen haben. Bei der dritten und vierten Frage können sie sich entscheiden, ob sie im Klassenraum verbleiben und sich an die Regeln halten oder aber gleich in den Trainingsraum gehen wollen. Die meisten Schülerinnen und Schüler entscheiden sich für den Verbleib im Klassenraum und nehmen die Fragen zum Anlass, um sich anschließend störungsfrei zu verhalten. Sie wissen, dass sie bei einer zweiten Störung nicht mehr gefragt werden, sondern dass sie dann aufgefordert werden, in den Trainingsraum zu gehen. Daher ist Frage 5 sehr wichtig, denn sie weist die Schüler darauf hin, dass sie bei einer zweiten Störung die Aufforderung befolgen müssen. Mit der zweiten Störung haben sich die Schülerinnen und Schüler mehr oder weniger bewusst für die Konsequenzen ihres Verhaltens entschieden, nämlich in den Trainingsraum zu gehen.

3. Der Trainingsraum
Der Trainingsraum ist ein Klassenzimmer oder eigens eingerichteter Raum für diejenigen Schülerinnen und Schüler, die im Unterricht zweimal stören und sich nicht an die geltenden Regeln halten wollen oder können. In ihm stehen ca. zehn bis zwölf Einzeltische, an denen die eintreffenden Schülerinnen und Schüler Platz nehmen können. Der Trainingsraum ist über den gesamten Schultag mit jeweils einer Trainingsraumlehrerin bzw. einem -lehrer der Schule besetzt. Diese haben eine Ausbildung in Kooperativer Gesprächsführung absolviert.
Im Trainingsraum finden die eigentlichen Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler statt. Sie erhalten Hilfe und Unterstützung von den Trainingsraumlehrerinnen und -lehrern, die mit ihnen nicht nur das Störverhalten reflektieren, sondern mit ihnen gemeinsam auch die kontrollierten Variablen herausarbeiten, die zum Störverhalten geführt hat. Die Gespräche folgen einem inhaltlich strukturierten Leitfaden, der von den vorherigen Störungen der Schülerinnen und Schüler im Unterricht ausgeht. Die Trainingsraumlehrerinnen und lehrer stellen die Frage, ob die Schüler sich ein zukünftiges störungsfreies Verhalten vorstellen könnten und lassen dieses von ihnen konkret und positiv benennen. Sie besprechen auch die Widerstände, welche die Schüler davon abhalten könnten und versuchen, eine positive Konnotation zum neuen Verhalten herzustellen, damit es gut verankert werden kann. Am Ende des Gesprächs mit den Trainingsraumlehrerinnen und -lehrern erstellen die Schüler einen Plan, der zum Rückkehr in die Klasse berechtigt und der inhaltlich das neue Verhalten beschreibt, das sie bereit sind zu zeigen.
Des weiteren wird reflektiert, welche Selbstregulationsstrategien zusätzlich noch hilfreich sind, um selbst gesteckte Ziele zu erreichen. Dabei wirkt sich die aktive Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer bei der Umsetzung von Verhaltensänderung positiv aus. Eine solche aktive Unterstützung besteht schon darin, dass die Lehrerinnen und Lehrern erste Schritte der Schülerinnen und Schüler auf das Ziel hin positiv wahrnehmen und verstärken. Sie werden von Zeit zu Zeit an ihr Vorhaben erinnert. Es werden weitere auf das Ziel hin positiv wahrnehmen und verstärken. Sie werden von Zeit zu Zeit an ihr Vorhaben erinnert. Es werden weitere Unterstützungspersonen (Freunde) gesucht, die ihnen helfen, die Regelgemäßheit ihres Handelns zu gewährleisten. Schülerinnen und Schüler ändern nur dann ihr Verhalten, wenn sie es selbst wollen. Daher müssen alle Ressourcen zu einer Selbstregulation aktiviert werden und vor allen Dingen positiv emotionale Konnotationen zum neuen Verhalten geknüpft werden.

4. Das Elterngespräch
Das Programm findet auch deshalb so viel Zustimmung, weil Eltern in die Erziehungsarbeit der Schule aktiv mit einbezogen werden. Elterngespräche werden geführt, wenn Schüler, die mehrmals den Trainingsraum besuchten, keine erkennbaren Veränderungen in ihrem Verhalten zeigen. Welche Hilfen die Schülerinnen und Schüler jeweils im einzelnen benötigen, wird im Elterngespräch gemeinsam erarbeitet und schriftlich fixiert. Damit unterscheiden sie sich von Klassenkonferenzen, an deren Ende häufig eine Ordnungsmaßnahme ausgesprochen wird. Elterngespräche, so wie sie hier verstanden werden, werden mit dem Ziel geführt, Hilfsangebote zu machen.